Infos & Wissen

In unserer Literaturliste findet Ihr viele Titel und Links, die Euch gute Informationen bieten.

Es gibt einfache, allgemeine Informationen, aber auch wissenschaftliche Texte,

die nicht leicht zu verstehen sind.

 

 

 

Budapest-Kriterien der internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes

Zur Unterstützung der Diagnose CRPS (Morbus Sudeck ist der ältere Name)

 

1. Anhaltender Schmerz, der durch das Anfangstrauma nicht mehr erklärt wird.

 

2. Die Patienten müssen mindestens ein Symptom aus drei oder vier folgenden Kategorien in der Anamnese berichten:

— Hyperalgesie (Überempfindlichkeit für Schmerzreiz), Hyperästhesie (Überempfindlichkeit für Berührungen, Allodynie)

— Asymmetrie der Hauttemperatur, Veränderung der Hautfarbe

— Asymmetrie im Schwitzen; Ödem

— Reduzierte Beweglichkeit, Dystonie, Tremor, „Paresen“ (im Sinne von Schwäche); Veränderung von Haar- oder Nagelwachstum

 

3. Zum Zeitpunkt der Untersuchung muss mindestens ein Symptom aus zwei der vier folgenden Kategorien vorliegen:

— Hyperalgesie auf spitze Reize (z.B. Zahnstocher); Allodynie; Schmerz bei Druck auf Gelenk/Knochen/Muskel

— Asymmetrie der Hauttemperatur, Veränderung der Hautfarbe

— Asymmetrie im Schwitzen; Ödem

— Reduzierte Beweglichkeit, Dystonie, Tremor, „Paresen“ (im Sinne von Schwäche); Veränderung von Haar- und Nagelwachstum

 

4. Eine andere Erkrankung erklärt die Symptomatik nicht hinreichend.

Medikamente

5. Jan 2017

Die neurologischen Leitlinien nennen die Medikamentengruppen, die für CRPS zugelassen sind und die nachweislich wirken. Leider aber, wie bei den anderen Therapien auch, wirken nicht alle gleich bei jedem und es muss auch hier ausprobiert werden, was individuell wie wirkt oder eben nicht wirkt.

Generell sollte die medikamentöse Schmerztherapie von einem erfahrenen Schmerztherapeuten eingeleitet und betreut werden. Opiate sind jedoch umstritten und sollten nicht das erste Mittel der Wahl sein.

Erfahrungsgemäß sollten die Blutwerte auch in Hinblick auf Vitamine kontrolliert werden. Diese sind bei CRPS Patienten oft zu niedrig. Ebenso die Eisenwerte.

Idealerweise arbeitet der Schmerztherapeut daher mit dem Hausarzt zusammen, auch wenn wenige Hausärzte Erfahrung mit CRPS haben. Hier ist das Engagement des Hausarztes gefragt, der sich informieren muss.

 

         SCS/Spinal Cord Stimulation

 : www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/morbus-sudeck-schmerzen-nach-der-operation-100.html

Die Wirkung einer SCS bei CRPS ist umstritten. Es beeinhaltet eine Operation am Rückenmark und damit einige Risiken. Daher sollte man sich dies genau überlegen. Trotzdem kann sie, zumindest für einige Zeit, dem Patienten eine große Hilfe sein. Betroffene konnten, nach geglückter Operation, ihre Medikamente zeitweise stark reduzieren und hatten weniger Schmerzen.

 

 

Matrix Rythmus Therapie

 

Mediziner Dr. Ulrich Randoll exklusiv in HÖRZU: Ein gestörter Zellrhythmus kann krank machen. Die Matrix-Rhythmus-Therapie will Beschwerden lindern. Bleiben Sie locker! Das hört sich erst mal flapsig an – tatsächlich steckt dahinter eine medizinische Wissenschaft und Behandlungsmethode, die Matrix-Rhythmus-Therapie. Dr. Ulrich Randoll hat sie entwickelt.

 

Der Münchner Mediziner erforschte an der Universität Erlangen die Grundlagen der Zellregeneration. "Wir erkannten, dass Zellen in einem Rhythmus schwingen und dabei die Flüssigkeit um sie herum bewegen", erklärt er. Dabei sah der Mediziner außerdem, dass Schmerzen und Verhärtungen immer auch mit veränderten Zellschwingungen einhergehen. Tatsächlich wird jede Zelle von einer Flüssigkeit umspült, Experten nennen sie die "Matrix". Zum größten Teil besteht sie aus Wasser. Diese Flüssigkeit versorgt die Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert Entzündungsstoffe und Zellmüll ab. Ist der Mensch gesund, schwingen seine etwa 50 Billionen Körperzellen mit acht bis zwölf Hertz, also mit bis zu zwölf Schwingungen pro Sekunde.

 

Alles ist in Bewegung

 

Der Puls, der Atem und ein Muskelzittern sind Körperrhythmen, die wir bewusst spüren. Dabei ist genau dieses Zittern der Muskulatur entscheidend. Denn es pumpt sozusagen die Energie in die Zellen. Wer jedoch nicht locker ist, wie Dr. Randoll rät, verhärtet im wahrsten Wortsinn. "Und Verspannungen bedeuten, dass Energie fehlt, um diese zu lösen." Die Sehnenansätze und die Muskulatur bilden dann feste Knötchen oder Stränge. Und dabei geraten die Zellen aus dem gesunden Lebenstakt. Diese Systemstörung wiederum bleibt nicht ohne Folgen. Zunächst verhärten nur einzelne Strukturen, später kann sich das zu ernsteren Erkrankungen ausweiten. "Auch ein Herzinfarkt ist ein akuter Energiemangel der Muskelzellen", erklärt Dr. Ulrich Randoll. Um die Zellen wieder in Schwung zu bringen, entwickelte er ein Gerät, dessen Schwingkopf auf die verhärteten Körperpartien angelegt wird. Ein Therapeut bestimmt dann, wie stark der Druck sein soll, den das Gerät auf den Körper ausübt. "Dadurch gelangt wieder verstärkt Sauerstoff in das Gewebe, und es schwingt dann automatisch wieder in einer gesunden Frequenz", so Ulrich Randoll. Die Patienten spüren unmittelbar Erleichterung. Schmerzen lassen nach, und die Muskeln werden locker. Besonders gute Erfolge erzielt die Matrix-Rhythmus-Therapie unter anderem bei Schmerzpatienten und solchen mit Gelenkproblemen und Migräne. Kliniken, Ärzte und Physiotherapeuten arbeiten mit der Behandlungsmethode. Die Idee, mit Rhythmen gestörte Körperabläufe zu therapieren, ist nicht neu. Bioresonanzverfahren oder die anthroposophische Medizin heilen mit Schwingungen. Selbst die US-Wissenschaftszeitschrift "Science" widmete sich dem Thema Körperrhythmen, weil nach Ansicht der Autoren Heilrhythmen die Medizin in Zukunft verändern werden. Dr. Ulrich Randoll bearbeitet aber nicht nur Körperzellen. Er liefert seinen Patienten auch eine Art "Betriebsanleitung fürs Leben". Ein Beispiel daraus: "Der Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Dieses Wasser braucht der Körper für seinen eigenen, gesunden Schwung." Überhaupt kann jeder eine ganze Menge für seinen eigenen Zellrhythmus tun. Frühzeitig darauf zu achten, dass der Körper gar nicht erst verspannt, wäre eine Möglichkeit. Und wenn das allein noch nicht reicht, muss eben ein bisschen Extraschwung her.

 

 

Are you better? Geht es Dir besser?

 

Eine internationale Studie ließ in acht Ländern Europas und Nordamerikas CRPS Patienten befragen, die die Budapester Kriterien erfüllten oder erfüllt hatten. Schwerpunkt der Fragen war das Thema „Heilung“ oder „Ausheilung“. Was ist für CRPS Patienten das Kriterium oder die Kriterien, die sie sich immer noch als CRPS Patient sehen lassen?

Ich denke, Ihr könnt Euch alle vorstellen, was das Ergebnis ist. Aber: jetzt ist es wissenschaftlich belegt, international. Und gerade wir Betroffenen können uns auf diese Studie berufen, um auch dem letzten Zweifler klar zu machen: Ich habe auch noch CRPS, wenn ich die Budapester Kriterien nicht mehr erfülle!

Ergebnis der Studie:

  1. CRPS Schmerz

  2. generalisierten Schmerz

  3. Einschränkungen in meiner Bewegungsfreiheit

  4. Medikamenteneinnahme

  5. Versteifung

Diese fünf Punkte betreffen chronische CRPS Patienten und definieren ein chronisches CRPS, auch wenn kein verstärktes Nagelwachstum, kein Ödem oder äußere Veränderungen zu sehen sind. Das CRPS ist dann keineswegs „abgelaufen“ oder ausgeheilt, wenn weiterhin die oben genannten Punkte bestehen.

Fazit der Studie ist daher auch: Die Heilung des CRPS ist NICHT an die Budapester Kriterien gebunden. Die Übergänge sind schwer zu definieren, da das CRPS individuell sehr unterschiedlich verläuft. Manche Betroffenen haben auch nach Jahren noch starke äußere Zeichen, andere nicht. Aber: chronische CRPS Patienten erfüllen die oben genannten Punkte und dabei besonders den ersten Punkt.

Danke für diese Studie!

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ejp.1138/abstract

 

Grad der Behinderung

 

Leider ist es nicht so einfach, CRPS als Behinderung wirklich gerecht anerkannt zu bekommen. Das liegt einerseits daran, dass unser Krankheitsbild nicht allgemein bekannt ist. „Man“ hat keine Vorstellung davon, wie die Auswirkungen von CRPS wirklich sind, weil CRPS in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wird. Zum Anderen sind selbst Ärzte zu CRPS wenig oder falsch informiert. Wenn vielleicht noch die Diagnosekriterien bekannt sind, so fehlt das Wissen über die Folgen eines chronischen Morbus Sudeck total. Manche Ärzte sehen das CRPS immer noch als rein psychosomatisch oder halten Betroffene für überempfindlich, im schlimmsten Fall sogar für einen Simulanten. Leider trifft dieses fehlende Wissen besonders auf Ärzte zu, die für Behörden arbeiten

CRPS/Morbus Sudeck wird beim Grad der Behinderung zuerst einmal dort berücksichtigt, wo der Ursprung sitzt: Hand oder Fuß. Die Behörde oder der angestellte Arzt beurteilt die Beeinträchtigung dieser Extremität, oft mit 20 %, selbst wenn manche Fußpatienten im Rollstuhl sitzen. Wenn das CRPS chronisch geworden ist, kann es sich aber ausbreiten oder springen. Dies wird kaum berücksichtigt.

Chronischer Schmerz und die Beeinträchtigung durch diesen außergewöhnlichen Schmerz bei CRPS ist sehr schwer anerkannt zu bekommen. Leider scheint es beim Amt kaum Ärzte zu geben, die Schmerzmediziner sind. Dies ist aber dringend gefordert, wenn man Schmerz beurteilt. Die „Leitlinien für die Begutachtung von Schmerz“ weisen explizit darauf hin. CRPS Schmerz zählt hier zu der Gruppe „Schmerz mit Gewebeschädigung/außergewöhnlicher Schmerz“ und ist Phantom- und Tumorschmerz gleichgestellt. Er ist mit 10-50% zu beurteilen, kann auch mit einer Amputation gleichgesetzt werden.

Zu dieser Sichtweise gibt es Gutachten (z.B.von Tegendthoff oder Widder). Trotzdem ist die Anerkennung von Schmerz als Behinderung problematisch.

Obwohl wir uns alle dagegen wehren, CRPS als psychisches Krankheitsbild einzuordnen und dies nachgewiesener Weise falsch ist, haben wir doch alle psychische FOLGEN. Einige von uns möchten das ungern zugeben, aber wir alle stehen unter Dauerstress. Unser ganzes Leben ändert sich, Familie, Freunde, Hobbys, alles wird beeinträchtigt. Viele sind arbeitsunfähig, leiden an Konzentrationsstörungen, schlechtem Schlaf, Dauermüdigkeit.

Daher rate ich Euch, diese Behinderung zuzugeben, denn eine mittelgradige Depression wird mit 30-50% beurteilt und besser anerkannt.

Lasst Euch nicht davon abhalten, die Schwerbehinderung zu beantragen. Tragt alle Arzt oder Krankenhausberichte zusammen. Schmerz ist kaum sichtbar, ist aber sehr behindernd! Es ist möglich, dies anerkannt zu bekommen, oft aber nicht leicht und kräftezehrend zu widersprechen. 50% und damit Schwerbehinderung sollte das Ziel sein, wenn Ihr ein chronisches CRPS mit Dauerschmerz habt. Weniger ist völlig inadäquat und ungerecht. Leider aber alltägliche Praxis!

 

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